Schätzung der Dunkelzahl in DE

Es gibt ein Pool X worin sich alle Personen befinden die unwissend mit COVID-19 infiziert aber asymptomatisch sind und nicht erfasst wurden und Personen mit Symptomen, die aber nicht zum Arzt gegangen sind und deshalb nicht getestet wurden. Diese Zahl zu kennen, ist einerseits sehr wichtig weil diese Personen andere anstecken können. Um diese Anzahl zu bestimmen, sind umfassenden Tests an größere Bevölkerungsgruppen nötig und geplant.

Daneben haben wir ein Pool Y worin alle Neu-Infektionen, die erfasst wurden, aufgenommen sind. Alle Neu-Erfassungen kommen somit aus der Pool X.

Nach meiner Überlegung lässt sich der Größe dieser Pool X auf folgende Weise zuverlässig einschätzen. Stand 2. Mai, wurden in der Summe der letzten 16 Tage insgesamt 317357 Neu-Infektionen gemeldet. Etwa 18027/Tag. Eine Steigung im Vergleich zur Vorwoche!!

Die 16 Tage habe ich genommen, weil wenn eine Infektion der vor länger als 16 Tage aufgetreten ist, eine solche Person Symptome gezeigt hat oder krank geworden ist, somit erfasst wurde und deshalb in der Pool Y mitgezählt.

Eine Person der infiziert aber asymptomatisch ist, wird nach 14 Tage als geheilt betrachtet, hat Antikörper gebildet und ist nicht mehr infektiös, Den zwei weiteren Tagen sind erforderlich, weil angenommen wird (Paragraf 5 der RKI SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19)), dass man 2-3 Tagen nach Infektion, infektiös ist. 

Leider können wir nicht annehmen, dass in der Pool Y, die etwa 20% der Infizierten sind die auch Symptome zeigen. In der RKI SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) wird in Paragraf 7 an zwei Studien referiert worin die Unterfassung mit 5% bzw. 10% berichtet wird. D.h. mit dem letzten Prozentsatz wäre der Pool X, 9×317357 Personen; etwa 2.856.000. D.h. ein Anteil 3% der Menschen in Deutschland ist, stand 2. Mai, infiziert, asymptomatisch und infektiös aber nicht erfasst. In dem Graphik  habe ich diese relative Zahl ab 17. März, 2020 abgebildet. Die Anzahl der geimpften in DE wurde nicht beruecksichtigt.

Mit der aktuelle Erhöhung der Testung, darf angenommen werden, dass die Unterfassung geringer worden ist. Z.B. dass jetzt 15% der asymptomatische, infizierte Personen gefunden werden. Damit fällt dieser Anteil auf 2%.  Diese Zahl  ist in gute Übereinstimmung mit den Resultaten der willkürliche Test die mittlerweile publiziert wurden. Die Positivrate berichtet liegt bei 1-2%

Man könnte somit sagen, dass die Wahrscheinlichkeit in Deutschland, dass eine bestimmte, dir begegnete Person infiziert und nicht erfasst ist, heute, 2. Mai bei etwa 1:30 liegt

Die Obergrenze Anzahl Neu-Infektionen in eine Woche normiert auf 100.000 Personen liegt auf Basis der Meldungen von 24.  April bis 1 Mai nach meiner Berechnung global bei 150. Bekanntlich wird diese Zahl in Stadt und Land stark variieren wie aktuell in der Presse berichtet wird. In Karlsruhe Stadtkreis (Einwohnerzahl 312.060) gab es in der Summe der letzten 7 Tagen bei 417 Neu-Infektionen und steht dieser Wert aktuell bei 133,6 (Siehe RKI Seite und unter Landkreise nach Karlsruhe Stadtkreis oder Karlsruhe Landkreis suchen oder auf der Kartenansicht auf Karlsruhe klicken). Die Wahrscheinlichkeit in Karlsruhe auf eine nicht-erfasste, infizierte Person zu treffen ist entsprechend meiner Berechnung auf dieser Zahl 1 zu 32. Um sich zu infizieren müsste man mit diese Person 10 Minuten auf weniger als 1 m. in Kontakt sein. Man sollte Ansammlungen grösser >20-30 Personen meiden.

Die Unterfassung durch Tests zu bestimmen und zu reduzieren  sollte das vorrangige Ziel der Behörden sein

Außerdem muss ich betonen, das es hier um eine globale Schätzung geht. Der Dunkelzahl wird örtlich und regional, stark unterschiedlich ausfallen.  Viel wichtiger ist es, alle infizierte Menschen ohne Symptomen zu identifizieren, weil von denen die größte Ansteckungsgefahr ausgeht. Ebenso Menschen mit Symptomen die sich nicht krank melden und deswegen nicht getestet werden. Letztendlich wäre es erheblich einfacher eine Anzahl Personen wie oben genannt, zu kontrollieren.

 Die Menschen in Deutschland einzuprägen, dass es sehr unsolidarisch ist, und eigentlich verbrecherisch bei Auftreten von einschlägigen Symptomen nicht zum Arzt zu gehen und sich nicht testen zu lassen. In Anbetracht der geplanten Ausgaben für die Wirtschaft ist es nicht zu verstehen, warum eine Diskussion über die Kosten der Tests geführt wird. 

3 Kommentare zu „Schätzung der Dunkelzahl in DE

  1. Die nach meiner Berechnung geschätzte Dunkelzahl hat sich abgeflacht. D.h. das die Anzahl der nicht-erfasste Infizierte Personen und der Abfluss durch Genesung sich die Waage halten. Das wird so bleiben. In Deutschland werden wir mit einem Restrisiko leben müssen. In Karlsruher Gegend liegt dieses Restrisiko bei etwa 1 zu 2500.
    Die Politiker müssen entscheiden mit welchem Risikogrenze wir leben wollen. Nullrisiko gibt es nicht.

  2. Von der Konferenz der Ministerpräsidenten der Länder mit der Regierung am 6. Mai wurde als Obergrenze für die Wiedereinführung der strickte Lock-Down, 50 Neu-Infektionen in einer Woche pro 100.000 Einwohner festgelegt. Wo liegt diese Zahl aktuell, Freitag 8. Mai?

    Diese Zahl liegt heute, 8. Mai und bezogen auf ganz Deutschland, bei 7.7.

    Es wurde auch abgesprochen dieser Zahl, regional zu beobachten. Bei Überschreitung dieser Obergrenze, können Maßnahmen regional getroffen werden und werden nicht das ganze Land lahmlegen.

  3. Die Zahl der Erfassung der infizierten Personen in DE fällt Tag für Tag und ist heute, 5. Mai auf den niedrigsten Stand seit Mitte März. Das muss so sein, weil der Pool-X auch von Tag-zu-Tag kleiner wird. Einerseits werden durch mehr Testung, infizierte Personen identifiziert. Anderseits dadurch, dass infizierte Personen ohne Symptomen nach 2-3 Wochen geheilt sind und nicht mehr anstecken können. Durch die noch laufende Kontakt Beschränkungen ist die Ansteckungsgefahr aus Pool X sehr gering. Die Zahl der Neu-Erfassungen wird weiter zurück gehen jedoch, wie bereits jetzt in Österreich auf einen sehr geringen Level bleiben.

    In einen Presse Konferenz gab Prof. Hendrik Streeck, auf Basis seiner Testungen in dem Ort Gangert in NRW die Dunkelzahl in DE könnte bei 1.8 Million liegen (2.2%). Man kann sich fragen wie man von einer nicht-repräsentative Stichprobe, Gangert war ein Hotspot der Epidemie, auf so eine globale Zahl hochrechnet.

    Heute gab es folgende zwei Berichte. Auf Mein Schiff 3, worauf sich das Personal einer Kreuzfahrtlinie auf der Rückreise nach DE befand wurden 2000 Passagiere getestet wovon 8 positiv. Für der Start der Bundesliga wurden 1752 Personen getestet und waren 10 positiv. In Prozent 0.25% und 0.6%. Mir geben diese Zahlen Anlass, dass meine Schätzung im richtigen Rahmen liegt.

    Meiner Meinung nach ist der Weg zur Normalität in der Gesellschaft viel kürzer als die Verwaltung uns heutzutage glauben lässt.