Reproduktionszahl R

Es wird in viele Zeitungsberichte, Fernsehinterview und Internet Artikeln über den sog. R-Zahl, Reproduktionszahl. In einem Artikel auf den Webseiten des Robert Koch Instituts, wird erklärt wie man zu diese Reproduktionszahl kommt. Die aktuelle Schlussfolgerung des Artikels und der Volltext  kann man hier nachlesen.

Basis der Ermittlung ist die Annahme einer konstante Generationszeit. Diese Zeit beschreibt die mittlere Anzahl Tage von der Infektion einer Person bis zur Infektion der von ihr angesteckten Folgefälle. Diese Zeitspanne wird auf etwa 4 Tage geschätzt und in dem Artikel begründet. So ergibt sich R als Quotient der Anzahl von Neuerkrankungen in zwei aufeinander folgenden Generationszeiten. Hat sich die Anzahl der Neuerkrankungen im zweiten Zeitabschnitt erhöht, so liegt das R über 1. Auf Basis meiner Zahlen habe ich die R-Zahl für Deutschland berechnet und in dem unterstehenden Plot dargestellt. Für mehr genaue Plots verweise ich auf der Publikation vom RKI.

Eine R-Zahl von eins bedeutet einen linearen Anstieg, eine R-Zahl >1 eine exponentielle Anstieg der Infektionszahlen. Eine R-Zahl <1 am mehreren nachfolgenden Tagen bedeutet ein Abklingen der Neu-Infektionszahlen.

Seit Ende März hat sich in Deutschland die R-Zahl um 1 bewegt (siehe den Graphik links). D.h. ein linearer Anstieg. 

Es muss aber klar sein das der R-Zahl = 1 kein Kennzahl ist, worunter alles besser wird. DIE R-ZAHL IST EIN MASS FÜR DIE STEIGUNG DER KURVE DER INFEKTIONSZAHLEN. Gleichzeitig muss das Niveau der Meldezahlen in Betracht gezogen werden. Die R-Zahl ist 1, wenn auf 8 nacheinander folgenden Tagen die gleiche Anzahl neue Infektionen gemeldet werden. Ob es nur jeden Tag 10, oder 1640 sind  wie der Durchschnitt in Deutschland in den letzten 8 Tagen. Außerdem soll man den Vertrauensbereich der Berechnungen, 0.1-0.2, berücksichtigen. Siehe dazu mein Kommentar  vom 1. Mai zu diesem Beitrag.

 

4 Kommentare zu „Reproduktionszahl R

  1. Der Ausbruch der Infektion in den Fleischfabrik der Firma Toennes in Guetersloh hat die Zahl der Neu-Infektionen an den gestrigen Tage hoch gejagt. Der R-Wert geht auf 3. Ist aber bedeutungslos hinsichtlich der Entwicklung der Zahlen in anderer Landkreise

  2. Heute, 11. Mai meldete das RKI in den Nachrichten, die R-Zahl wäre auf 1.14 gestiegen. Es wurde nicht erwähnt mit welchem Verfahren diese Zahl berechnet wurde. Nach meine einfache Berechnungsmethode, ist die aktuelle R-Zahl 1.16. Damit betrachte ich meine Zahlen und Berechnungen als validiert.

  3. Vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung wurde eine kritische Betrachtung der Reproduktionszahl R publiziert. Diese Publikation ist hier zu finden. In der Publikation wird auf die Ungewissheit der Annahme der Generationszeit. Außerdem auf die Unstetigkeit der Meldungen. Ich zitiere

    „Deshalb handelt es sich bei der Reproduktionszahl um eine Schätzung mit einem nicht unerheblichen Schätzfehler, der bei der Bewertung der aktuellen Lage immer berücksichtigt werden muss“

    und

    „So bedeutsam die Reproduktionszahl für die Einschätzung des Verlaufs der derzeitigen Pandemie auch ist, so vorsichtig sollte sie daher interpretiert werden. Kleine Verringerungen oder Erhöhungen von R um Differenzwerte von 0,1 bis 0,2 liegen im Bereich des Schätzfehlers und sind eigentlich keine Schlagzeile wert“.

  4. Sehr Informativ .
    Es fragt sich, warum dann immer noch von hohem Risiko gesprochen wird.

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