Entwicklung der tägliche Corona Infektionsrate

In meinem Blogbeitrag vom 7. Februar habe ich erklärt wie meiner Ansicht nach, die tägliche Corona Infektionsrate sich entwickeln wird. Der Rückgang in den folgenden zwei Wochen scheint meine Vorhersage, dass diese Rate etwa gleich bleiben bzw. langsam zurückgehen wird, sich zu bestätigen. In der Zeit von 10. bis 24. Februar ist der 7-Tagenschnitt von 9000 auf 7500 Neuinfektionen/Tag gefallen. Danach zwar wieder leicht gestiegen und ist jetzt auf etwa 8200. Das sehe ich aber nicht als Widerspruch zu meiner These. Man soll der Infektionsprozess und damit die Entwicklung der Infektionsrate unter zwei Geschichtspunkte betrachten.

A. Eine Infektion kommt rein zufällig zustande. Dann ist die Rate allein abhängig von den Anzahl der Menschen die keine Immunität haben und infiziert werden können. Diese Anzahl wird ständig geringer, weil es Leute gibt, die bereits erkrankt waren (etwa 3%) oder mittlerweile geimpft (etwa 4%) und somit immun sind. Daneben gibt es infizierte Leute die aber asymptomatisch waren (oder Symptomen wissentlich negiert haben). Laut RKI sind das 5x mehr als registrierte Infektionen (somit 15%). Zusammen gäbe es etwa 25% akquirierte Immunität in DE. Mittels Antikörpertests kann  diesen Anteil akkurat bestimmen aber das wird nur inzidentell gemacht und nicht flächendeckend. 

In einem Bericht in einer US Zeitung sprach ein Wissenschaftler der Johns-Hopkins Universität davon dass > 50% der US Bevölkerung bereits Immunität akquiriert hat (Trump sei Dank??).

B. Der Infektionsprozess wird dominiert von soziale und wirtschaftliche Faktoren. Menschen wollen sich begegnen, wollen in Vorstellungen oder Museen gehen, sie wollen sich beim Essen und Konversation treffen und sie müssen zur Arbeit gehen. D.h. zwangsläufig wird es, trotz lockdown, immer zu intensive Begegnungen kommen. Da dies fast immer in geschlossenen Räume passiert, dominieren Aerosole der Viren den Infektionsprozess. D.h. die Atemluft einer infizierte Person enthält sub-Mikrometer große Tröpfchen oder Festpartikel die in dem Raum verbreitet werden. Dieser Prozess kann man vergleichen mit der sichtbare Rauch der von einer rauchende Person aufsteigt. 

Ein infizierte Person stoßt dabei etwa 100 Virenteilchen/Minute aus. Um sich anzustecken soll der Dosis etwa 1000 Viren sein (daher auch die 10-15 minutige Kontakt bis zu einer Infektion). Ein asymptomatische, infizierte Person, stoßt weniger Viren aus (logisch weil er auch sich nicht krank fühlt). Anderseits gibt es Superspreader die 1000-10000 Viren Teilchen/Minute ausatmen.

Unter diese Bedingungen, kommt es auf die Wahrscheinlichkeit an, einen infizierten Person zu begegnen. Diese Wahrscheinlichkeit lässt sich mit einen einfache Berechnung abschätzen. Nehmen wir mal an, sowie jetzt in DE, ist die sog. Fallinzidenzwert (Anzahl Neuinfektionen/100000 Einwohner über eine Woche) liegt  bei 60. Nehmen wir  drei Wochen zusammen sind es 180 Personen. Diese Personen sollten in Quarantäne sein und können niemanden anstecken. Angenommen dass die Unterfassung der Infizierte, wie von RKI beschrieben, bei 10% liegt, ist die Dunkelzahl 9x höher. Deshalb sind es 1620 Personen/100000 die asymptomatisch aber infiziert sind und anderen anstecken können.  Dann ist die Wahrscheinlichkeit eine infizierte Person aus der Dunkelzahl zu treffen 1.6% oder 1 in 62. Bei einen Inzidenz wert von 35 sinkt dieser Wert auf 1% oder 1 auf 100. 

So wie sieht es in geschlossenen Räume aus? Nehmen wir mal ein großzügiges Wohnzimmer, 40 m² und 2.5 m hoch. Volume ist 100 m³. Es befindet sich, eine asymptomatische, aber infektiöse Person, für 10 Minuten in diesem Zimmer. Dann hat er 1000 Teilchen verbreitet. Wenn diese sich homogene über den ganzen Raum verteilt haben sind es somit 1 auf 100 Liter.  Das Volume eines Atemzugs ist 0.5-1 Liter. Das sind 30 L/Minute und 2 m³/Stunde.  Das ist nur ein Rechenbeispiel. Aber es zeigt dass das Risiko einer Infektion bei Verbleib in einem geschlossenen Raum nicht zu vernachlässigen ist.  Aber es zeigt auch dass in Läden, Geschäfte, Großmärkte die gut ventiliert werden, das Risiko gering ist, vorausgesetzt dass die Leute, ggf. ohne Maske, den Mindestabstand einhalten und nur zeitlich kurze Kontakte mit andere Personen haben. Das gilt ebenso für öffentliche Gebäude. Durch Maßnahmen der Verantwortlichen für geschlossenen Räumen können Viren Aerosol durch Ventilation schnell entfernt werden. 

Wie aber mittlerweile ausführlich berichtet wurde, ist es sehr unwahrscheinlich dass man sich im Freien infiziert (Abstandsregel). Auch die Möglichkeit durch Kontakt mit Auswurf einer infizierte Person zu kommen wird mittlerweile als sehr gering eingeschätzt (aktuellen Bericht in der C’T 5). 

Ich darf noch mal auf dem Worldometer verweise wo ich die Zahlen die in mein Blog „Über Infektionszahlen“ her nehme.  Auf diese Seite klickt man auf dem jeweiligen Land, z. B. Germany und scrollt auf die neue Seite runter bis man die den Plot „Daily New Cases in Germany“. Dann sieht man ein Balkendiagram mit der Entwicklung der tägliche Infektionsrate seit Februar 2020. Man kann das auch für andere Europäische Ländern anschauen und sieht überall der gleiche Trend. Nur Tschechien ist im Moment ein besorgniserregendes Land. Wenn man der Mittelwert des Plateaus bezieht auf der Einwohnerzahl ist die Lage in DE im Vergleich mit den anderen Ländern sehr gut.

Dieser Beitrag habe ich nur geschrieben um den Infektionsprozess und der Wahrscheinlichkeit infiziert zu werden zu erläutern. Man ziehe sich bitte selbst seine Schlussfolgerungen.